“Bamberger Hörnchen” ist Kartoffelsorte des Jahres 2008

- Kategorie Kartoffel, Kartoffelanbau, Kartoffelsorten, Nachrichten

Bamberger Hörnchen wurde am Montag in Hannover von mehreren Landwirtschafts- und Umweltorganisationen zur «Kartoffel des Jahres 2008» gekĂŒrt. Durch diese Wahl will die Jury ein deutliches Zeichen fĂŒr den Fortbestand dieser vom Aussterben bedrohten alten Landsorte setzen.

Die fingerförmigen Knollen dieser Sorte gehören zur Gruppe der sogenannten Kipfler- oder Zapfenkartoffeln. Sie wurde bereits in der ersten deutschen Kartoffelmonografie 1819 erwĂ€hnt. Die Knollen sind dĂŒnn, fingerlang und eher klein. Ihre Besonderheit ist der nussige Geschmack und die feste Konsistenz. Als regionale SpezialitĂ€t konnte sich das «Hörnle» in Franken behaupten. Ausschlaggebend dafĂŒr war das zĂ€he Festhalten der Franken an ihrer RegionalkĂŒche. Das «Bamberger Hörnchen» verschwand ab Mitte der 1950er Jahre vor allem wegen der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft. Seine lĂ€nglichen Knollen sind fĂŒr Erntemaschinen ungeeignet.
Die Auszeichnung «Kartoffel des Jahres» wurde zum dritten Mal unter anderem von den Bio-AnbauverbĂ€nden Bioland und Ökoring sowie vom Verein Slow Food und mehreren Nutzpflanzen-VerbĂ€nden vergeben. Mit der Auszeichnung soll fĂŒr die Erhaltung der Kartoffelvielfalt sensibilisiert werden. Im vergangenen Jahr wurde die Kartoffelsorte «Linda» und im Jahr 2006 die blaufleischige Sorte «Blauer Schwede» (Blue Congo) gekĂŒrt.
Quelle:
ddp.djn/sff/mbr
© ddp

Sinkende Kartoffelpreise

- Kategorie Markt, Preise, Nachrichten

Wie die ZMP GmbH, Bonn am 28. April 2008 berichtete sind sinken die Kartoffelpreise.
Die Vermarktung von Speise- und Verarbeitungskartoffeln startete im vergangenen Herbst zunĂ€chst mit zufrieden stellenden Erzeugerpreisen. Mit fortschreitender Saison wurden die VerhĂ€ltnisse am Speisekartoffelmarkt aber immer schwieriger. Die relativ große Ernte blockierte lange den ĂŒberregionalen Versand aus Überschussregionen. Ein milder Winter beeintrĂ€chtigte die optische QualitĂ€t vieler im Herbst ohnehin schon nicht unter besten Bedingungen eingelagerter Kartoffeln. Auch wenn die Verkaufsmengen ĂŒber den Lebensmitteleinzelhandel im Vergleich zum Vorjahr nicht schlecht waren, reichte der Gesamtabsatz im Speisebereich einschließlich Export und alternativer Verwertungen nicht aus, die ÜberschĂŒsse zu rĂ€umen. Die Preise gaben vor diesem Hintergrund praktisch seit dem Herbst 2007 nach. Bis zum Anschluss an die deutsche FrĂŒhkartoffelsaison rechnen Marktteilnehmer nicht mehr mit einer deutlichen Preisbefestigung, zumal die QualitĂ€ten nun rasch nachlassen.
Zu Pfingsten dĂŒrften deshalb viele Lebensmittelketten umfangreich auf importierte FrĂŒhkartoffeln umsteigen.

Kartoffelanbau in Verzug

- Kategorie Kartoffel, Kartoffelanbau, Nachrichten

Am 24. April berichtete agrarheute.com, dass die Kartoffel-Pflanzungen sich drei Wochen in Verzug befinden. Erst 50 Prozent der fĂŒr Anschlusssorten vorgesehenen FlĂ€che ist bestellt, und FrĂŒhkartoffelanbauer rechnen schon jetzt nicht mehr mit einer guten Ernte.

Nach einer Umfrage des Landvolks Niedersachsen konnten nur wenige FlĂ€chen einigermaßen fristgerecht bestellt werden, und auf schĂ€tzungsweise zehn bis 20 Prozent der FrĂŒhkartoffel-flĂ€chen war die Pflanzung sogar erst Ende April möglich. Wegen der anhaltend starken NiederschlĂ€ge waren die Äcker lange Zeit nicht befahrbar. Außerdem bremsten NĂ€sse und KĂ€lte auch das Wachstum und verursachten erhöhten Krankheitsdruck. Lediglich die frĂŒh ausgepflanzten und mit Folie abgedeckten FrĂŒhkartoffelbestĂ€nde sind jetzt einigermaßen zufrieden stellend entwickelt und erholen sich deutlich, aber auch sie liegen im Wachstum ungefĂ€hr eine Woche zurĂŒck.

Mit dem Anstieg der Temperaturen kommt das Kartoffelwachstum voran, stellt O. Tieleking, Vorsitzender der FrĂŒhkartoffel-Erzeugergemeinschaft Burgdorf, fest. Trotz der gebremsten Enwicklung geht Thieleking davon aus, dass die Ernte der FrĂŒhkartoffeln ab dem 20. Mai und damit kaum spĂ€ter als sonst beginnt, allerdings mit geringeren ErtrĂ€gen. Zudem dĂŒrfte sich die Ernte ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum hinziehen. Besonders katastrophal sei die Situation bei den Anschlusssorten, klagt Thieleking. Bisher sind erst schĂ€tzungsweise 50 Prozent der vorgesehenen FlĂ€chen bestellt, die Arbeiten sind damit drei Wochen in Verzug. Diese Verzögerung ist nicht mehr aufzuholen und schlĂ€gt sich in Ertragseinbußen nieder.
(lpd)

Linda lebt!

- Kategorie Kartoffel, Kartoffelsorten, Zucht, Jahr der Kartoffel

Karsten Ellenberg vom LINDA- Freundeskreis (c/o Arbeitsgemeinschaft bĂ€uerliche Landwirtschaft (AbL) e.V.), Bioland-Bauer und KartoffelzĂŒchter aus Barum (Landkreis Uelzen) unterstreicht:
Linda lĂ€sst sich nicht unterkriegen!”

Ellenberg hĂ€lt an dieser beliebten Kartoffelsorte fest, um dessen Wiederzulassung seit 4 Jahren heftig gestritten wird. Der bisherige ZĂŒchter „Europlant“ wollte LINDA nach 30 Jahren vom Markt nehmen, um neue Sorten zu placieren, obwohl viele Bauern und Verbraucher weiter LINDA auf dem Acker und auf dem Teller haben wollen.

Der LINDA-Freundeskreis stellte daraufhin einen Antrag auf Wiederzulassung. Da das erneute Anmeldeverfahren von LINDA beim Bundessortenamt in Hannover viel Geld gekostet hat, haben zahlreiche Kartoffelbauern und PflanzkartoffelhÀndler einen SolidaritÀtsbeitrag geleistet.

Jeweils 500 € sind als ein Anteil der entstandenen Anmeldungskosten ĂŒbernommen worden. Die KĂ€ufer dieser Anteile teilen sich gemeinsam das finanzielle Risiko, ganz gleich, ob LINDA wieder als Kartoffelsorte zugelassen wird oder nicht. Weitere „Anteilseigner“ werden gesucht.
„Vor wenigen Wochen hat das Bundessortenamt Hannover meinem Betrieb vorab das „Inverkehrbringen zu Forschungszwecken“ von 100 kg LINDA - Pflanzkartoffeln genehmigt“, berichtet Ellenberg. „Die Bauern, die einen SolidaritĂ€tsbeitrag zur Rettung von LINDA einbezahlt haben, haben sich durch ihren Einsatz den Kauf vom Pflanzgut als Erste gesichert“, so Ellenberg, der symbolisch an die Betriebe je 1 kg Pflanzkartoffeln ausgeliefert hat, die jetzt in den Boden gebracht werden.

Das Pflanzgut darf normal angebaut und auch vermehrt werden. Karsten Ellenberg: „Aus 1 kg kann nach dreijĂ€hriger Vermehrung ĂŒber 3000 kg geerntet werden. Wenn diese dann noch ein Jahr zum Anbau als Speisekartoffeln genutzt werden, können daraus sogar ĂŒber 50.000 kg LINDA-Speisekartoffeln geerntet werden“.

Handel ist derzeit verboten
Die populĂ€re Kartoffelsorte wird immer noch von den Experten des Bundessortenamts getestet. „Dieses Verfahren hat unnötig viel Zeit und Geld gekostet. Da LINDA zur Zeit nicht in der Bundessortenliste gefĂŒhrt wird, ist ein Handel mit LINDA – Pflanzkartoffeln - ĂŒber diese 100 kg hinaus - derzeit verboten“, erklĂ€rt Ellenberg. „Das Bundessortenamt und die Bundesregierung sind am Zug. Sie sollten den Markt entscheiden lassen und den WĂŒnschen von Verbrauchern und Bauern nachkommen“, so Georg Janßen, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Arbeitsgemeinschaft bĂ€uerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. und MitbegrĂŒnder des LINDA-Freundeskreises. „Wir haben 2008 das von der UNO ausgerufene „Internationale Jahr der Kartoffel und im Mai ist die große UNO Konferenz zur Biologischen Vielfalt in Bonn. Eine Neuzulassung von LINDA als Pflanzkartoffel wĂ€re ein deutliches Signal“, so der AbL-GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Janßen verwies auf den aktuellen Bericht des UNO-Weltagrarrats, der die biologische Vielfalt und die traditionellen Anbaumethoden in bĂ€uerlichen Betrieben als einen wichtigen Faktor zur WelthungerbekĂ€mpfung gekennzeichnet hat. „Die Kartoffel steht auf Platz vier der wichtigsten Grundnahrungsmittel mit stĂ€ndig wachsender Bedeutung – und da muss LINDA mit dabei sein“.

AID-Informationsdienst zum Kartoffeljahr

- Kategorie Kartoffel, Nachrichten, Jahr der Kartoffel

Dr. Friedhelm MĂŒhleib vom aid infodienst, Verbraucherschutz, ErnĂ€hrung, Landwirtschaft e. V. schreibt im einem Artikel zum „Internationalen Kartoffeljahr“:
Kartoffel ist das Lebensmittel der Zukunft und eine funktionierende Waffe gegen den Welthunger.

(aid) - Auf den Tellern der Deutschen fĂŒhrt sie meist nur noch eine Randexistenz als SĂ€ttigungsbeilage. In vielen LĂ€ndern der Welt könnte sie kĂŒnftig zu einer der wichtigsten Waffen gegen den Hunger werden: die Kartoffel. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat die Kartoffel zum “Food of the Future” - Lebensmittel der Zukunft erklĂ€rt und das Jahr 2008 zum internationalen Jahr der Kartoffel ausgerufen.

Schon heute ist die Kartoffel nach Weizen und Reis die drittwichtigste Nahrungspflanze weltweit. Nach Angaben der WelternĂ€hrungsorganisation der Vereinten Nationen FAO verschiebt sich der Schwerpunkt der Produktion immer mehr in die Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder. Mehr als die HĂ€lfte der 320 Millionen Tonnen Kartoffeln, die 2007 weltweit geerntet wurden, stammen bereits aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Inzwischen ist China mit einer Erzeugung von 72.000 Tonnen im Jahr 2007 schon weltweit grĂ¶ĂŸter Kartoffelerzeuger - und der Kartoffelanbau soll dort kĂŒnftig weiter massiv ausgedehnt werden. Indien plant die Verdoppelung der Kartoffelproduktion.
FĂŒr die Kartoffel als Basisnahrungsmittel fĂŒr breite Bevölkerungsschichten sprechen viele Argumente:
Als eine der produktivsten Nahrungspflanzen bringt die Kartoffel pro Hektar in kĂŒrzerer Zeit wesentlich höhere ErtrĂ€ge als beispielsweise Getreide. Unter entsprechenden klimatischen Bedingungen wachsen auf einem Hektar Land bereits nach 50 Tagen 20 Tonnen Kartoffeln zur Erntereife heran.
Der essbare Anteil der Kartoffelpflanze liegt bei etwas 85 Prozent gegenĂŒber nur etwa 50 Prozent bei Getreide.
Durch ihren Gehalt an hochwertigem Protein und den hohen Vitamin C-Gehalt liefern Kartoffeln gerade bei Lebensmittelknappheit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Eiweiß- und Vitaminversorgung.

Nach Ansicht der UNESCO-Experten lohnt sich der arbeitsintensive Kartoffelanbau ĂŒberall dort, wo Land knapp und Arbeitskraft im Überfluss vorhanden ist, was in den meisten EntwicklungslĂ€ndern der Fall ist. Da Kartoffeln im Gegensatz zu den meisten Getreidearten nicht weltweit gehandelt werden, ist ihr Preis bis heute weitgehend von regionalen Produktionskosten bestimmt.
Entsprechend fielen die Preissteigerungen fĂŒr Kartoffeln in der jĂŒngsten Zeit weit geringer aus als beispielsweise bei Getreide und Reis. Die Kartoffel gehört also gerade in den armen LĂ€ndern immer noch zu den preiswertesten Lebensmitteln. Auch das trĂ€gt wesentlich dazu bei, dass die Kartoffel hilft, mehr Nahrungssicherheit zu gewĂ€hrleisten und die Armut zu vermindern.

Bio-Kartoffel-Fertigprodukte getestet

- Kategorie Kartoffel, Rezepte, Vermischtes, Nachrichten, Marketing

Ökotest >/www.oekotest.de/<
untersuchte und bewertete tiefgekĂŒhlte Bio-Kartoffel-Fertigprodukte wie z.B. Kroketten oder Röstis.
Dabei zeigte das Ergebnis, dass diese Kartoffelweiterverarbeitungen nicht unbedingt zu empfohlen sind. Der Test machte erstmals deutlich, dass in diesen weiterverarbeiteten Produkten ein neu entdeckter Schadstoff auftritt, dessen gesundheitliche Auswirkungen jedoch noch nicht hinreichend untersucht sind (Wir werden darĂŒber berichteten).
Die Bio-Produkte decken die ganze Notenskala ab:
GrĂŒnes Land (Real) Bio Kartoffelecken waren “sehr gut”,
Demeter Natural Cool Kartoffelpuffer und Schwarmstedter Bio-Rösti-Ecken waren “gut” und
Lutosa Bio Backofen Kroketten schnitten mit “mangelhaft” ab.

Kartoffelversuch der BASF verhindert

- Kategorie Nachrichten, Zucht, Gentechnik

BASF versucht weiterhin, ĂŒber den Umweg von Versuchen die EuropĂ€ische Kommission zu drĂ€ngen, den kommerziellen Anbau von Amflora in Europa zuzulassen. Ein neuerlicher Versuch in Falkenberg (Elster) wurde von bewußten MitbĂŒrgern gestört.

60 Menschen beteiligten sich am Sonntag, den 13.04.2008 an einer Fahrraddemonstration zu einem geplanten Versuchsfeldern. Dort war ein weiterer Versuch mit genmanipulierten Kartoffeln geplant. Auf dem Feld schließlich pflanzten die Demonstranten gentechnikfreie Kartoffelsorten, und verhinderten so den Versuch mit vertretbarem Aufwand wissenschaftlich auszuwerten. BASF deutete bereits an, dass man zur Aufgabe des Versuches gezwungen sei.
Aufgerufen hatte zu dieser Aktion das Barnimer AktionsbĂŒndnis gegen Gentechnik. Diese lokale Gruppe ist in Bernau (Landkreis Barnim, nördöstlich von Berlin) aus Protest gegen Genversuchsfeldern in Schönfeld (Agrevo, Schering) und Tempelfelde (Monsanto) entstanden. Mittlerweile hat diese Gruppe ihren Aktionsradius auf andere Versuchsfelder in Brandenburg ausgeweitet und versucht den Verkauf gentechnisch manipulierter Nahrungsmittel zu verhindern sowie weiter ĂŒber die Gefahren aufzuklĂ€ren.

Die beschriebene Aktion wurde von der Polizei, die sich aber ansonsten zurĂŒckhielt, beobachtet.

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