Teilweise leere Kartoffellager

- Kategorie Kartoffel, Markt

ZMP GmbH, Bonn
berichtet am 20-01-2008 über die Lage des Angebotes an Speisekartoffeln in Deutschland:

Mehr und mehr werden im Februar Zuschussgebiete innerhalb Deutschlands Bedarf an niedersächsischen Speisekartoffeln haben. So kommt etwas Leben an den Markt, wenn auch der Gesamtabsatz im Lebensmittelhandel keine allzu heftigen Impulse bringen dürfte.

Allerdings dürfte dieser bereits Interesse an französischer Ware haben. Einwandfreie
Partien sind jedoch noch vergleichsweise teuer und werden hierzulande nur im ausgesprochenen Premiumsegment der Vollsortimenter eingesetzt. Erste kleine Mengen an Speisefrühkartoffeln aus Marokko sind ebenfalls bereits am Markt. Diese werden Anfang des Monats durch tunesische Ware ergänzt. Lieferungen aus Israel und Ägypten sind erst in der zweiten Februarhälfte zu erwarten. Offeriert wird zunächst aber wenig, da die Ware anfangs immer vergleichsweise teuer ist.

Die Gesamtverfügbarkeit am Speisekartoffelmarkt dürfte also gut bedarfsdeckend bleiben. Die Kurse für Speisekartoffeln haben sich seit Ende 2007 kaum verändert. Diese Tendenz dürfte sich im Februar fortsetzen.

Bei Verarbeitungsware wird auch im Februar die vergleichsweise hohe Auslastung der Verarbeitungskapazitäten anhalten. Die Nachfrage der Industrie konzentrierte sich bislang aber vornehmlich auf Vertragslandwirte. Möglicherweise ergeben sich im Februar erste nennenswerte zusätzliche Verkaufsmöglichkeiten an freiem Material. Das Kaufinteresse sollte da sein, da Verarbeitungskartoffeln der Ernte 2007 verhältnismäßig günstig eingeschätzt werden. Die Kontraktpreise der neuen Ernte liegen meistens
über denen der vorjährigen.

Ursprungszertifikat für Kartoffeln auf den Kanarischen Inseln

- Kategorie Kartoffel, Geschichte, Jahr der Kartoffel

Rechtzeitig zum Internationalen Kartoffeljahr haben die Kanarischen Inseln sich auf die Vielfalt der dort auch heute noch angebauten Kartoffelsorten besonnen. Zur Erinnerung: die Kanaren waren der erste Ort Europas, wo diese neue Pflanze aus den Anden um 1550 herum anbaut wurde.
Dieser Vielfaltschatz, wie einige Fachleute ihn benennen, ist für einige Jahre ein Studienobjekt gewesen. Jetzt ist er bereit zum großen Start zu dem gesehnten Ursprungzertifikat, für welches der Verband der Alten Kanarischen Kartoffel gekämpft hat. Dieser Verband besteht aus Landwirten, Ingenieuren, Weinbauern, Forschern, Gastwirten und Fans, und er versucht die Kultur der alten Kartoffelsorten zu erhalten.

Die sogenannten Alten Kanarischen Kartoffeln kamen, in der Zeit als Amerika gerade entdeckt wurde, direkt aus Peru und Bolivien zu den Inseln. Es gibt Daten, die diese Anbau im XVI Jahrhundert belegen. Aber wahrscheinlich, sind sie auf den Inseln vor 1567 bekannt: Dieses Jahr wird als glaubhaft angenommen da ein Dokument des Notars Lorenzo Palenzuela besagt, dass die Abfahrt eines holländischen Schiffes vom Hafen Las Palmas, Richtung Antwerpen mit Kartoffeln an Bord statt fand.

Heute wurden sie in vielen Regionen der Kanaren durch produktivere Sorten mit einem kürzeren Vegetationzyklus verdrängt. Sie genießen nur noch in einigen Gaststätten mit betont regionaler Küche sowie auf Familienfeiern, wie z.B das Weihnachtsessen eine besondere Wertschätzung. Besagter Verband will sich mit dem von ihm ins Leben gerufenem Ursprungszertifikat für den Erhalt der Sorten und der traditionellen Kulturfolgen einsetzen. Es werden weitere Wege und Innovationen gesucht, unter den soziokulturellen Gegebenheiten der Kanaren einen nachhaltigen und rentablen Anbau dieser alten Kartoffelsorten zu ermöglichen.

Prüfsiegel beeinflussen das Kaufverhalten

- Kategorie Markt, Marketing

Prüfzeichen für Lebensmittel, wie das QS-Symbol oder das BIO, nehmen erheblichen Einfluss auf das Kaufverhalten der Verbraucher. Dies bestätigte eine im Dezember 2007 im Auftrag der CMA durchgeführte repräsentative Umfrage von TNS Infratest. Für die Mehrheit der Konsumenten (56 %) sind sie Wegweiser beim Einkauf.
„QS – Ihr Prüfsystem für Lebensmittel“, als CMA-initiiertes Prüfzeichen, spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle:
37,1 % aller Befragten kennen das Prüfzeichen auf den Verpackungen von Fleisch, frischem Obst, Gemüse und Kartoffeln.

Rund 81 % der Verbraucher erachten die durchgängige Kontrolle aller Produktionsstufen von Feld und Stall bis zu Ladentheke für wichtig. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig Transparenz und Rückverfolgbarkeit bei der Herstellung von Lebensmitteln ist.

Bio-Kartoffeln auf 1% der Europäischen Kartoffelfläche

- Kategorie Kartoffel, Kartoffelanbau, BioKartoffelbau

Am 17. Januar 2008 imformiert die ZMP GmbH, Bonn über den Anbau von Bio-Kartoffeln in Europa:

In den 27 Ländern der EU wurden 2006 rund 23.000 Hektar mit Bio-Kartoffeln bestellt. Das entspricht einem Prozent der gesamten europäischen Kartoffelfläche.
Größte Anbauländer waren Deutschland (7.500 ha), Österreich (2.426 ha) und Großbritannien (2.360 ha).

In Relation zum gesamten Kartoffelanbau war diese Bio-Fläche in Österreich am höchsten (Anteil elf Prozent). In Schweden war dieser Anteil auf 3,1 Prozent, in Deutschland 2,7 Prozent, in Dänemark 2,5 Prozent und in Estland zwei Prozent.

2007 war das Areal in Deutschland infolge hoher Nachfrage auf 8.400 bis 8.600 Hektar weiter gestiegen. Die Erntemenge wird in Folge geringerer Erträge auf 120.000 bis 135.000 Tonnen gegenüber 148.000 Tonnen im Vorjahr geschätzt.
Nach zwei Jahren intensiver Flächenausweitungen sind nach Aussagen von Erzeugergemeinschaften und Vermarktern für 2008 kaum noch Anbauvergrößerungen geplant. Bestehende Bio-Betriebe haben oftmals die Fruchtfolgegrenzen erreicht, und neue, vollständig umgestellte Betriebe sind rar.

Bio-Kartoffelsaison geht dem Ende entgegen

- Kategorie Kartoffel, BioKartoffelbau, Markt, Preise, Nachrichten

Der ZMP berichtet am 22. Januar 2008:

Die deutsche Bio-Kartoffelkampagne 2007/08 nähert sich ihrem Ende. Nur noch wenige Wochen wird hiesige Bio-Lagerware ergänzt durch österreichische Lieferungen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu haben sein.

Ab Mitte / Ende Februar werden Bio-Knollen aus deutschem Anbau nur noch im Naturkosthandel, Direktabsatz und bestimmten Programmen weniger Vollsortimenter angeboten, das Gros der Ketten wird auf Importware umsteigen. Noch im Februar werden erste Lieferungen erwartet.

Die Erzeugerpreise dürften im Allgemeinen weiterhin bei 57 - 59 Cent je Kilogramm für lose Ware frei Packer stabil bleiben. Im Naturkosthandel wurden teilweise Preiserhöhungen durchgesetzt und Lagerzuschläge gezahlt. Im Lebensmitteleinzelhandel sind dagegen wegen des schon großen Abstandes zum konventionellen Preis kaum noch Preisänderungen zu erwarten.

In Ägypten, das in den Vorjahren mit Lieferungen von mehr als 10.000 Tonnen das Hauptlieferland Deutschlands für Bio-Frühkartoffeln war, sind 2008 ähnlich hohe Zufuhren geplant. Ob sie allerdings abgenommen werden, ist fraglich. Wegen der Unregelmäßigkeiten in 2007 sind einige Ketten skeptisch geworden und wollen von Anfang an auf israelische Ware setzen. Daher bleibt es spannend, welche Herkunft in diesem Jahr die Oberhand hält.

In Israel soll speziell für den Verkauf nach Deutschland der Anbau von Bio-Frühkartoffeln deutlich ausgedehnt worden sein. Andererseits sind die Pflanzgutverkäufe auf dem Vorjahresniveau geblieben. 2007 lieferte Israel etwa 3.000 bis 5.000 Tonnen nach Deutschland. Diese Menge dürfte 2008 deutlich überschritten werden, ihr tatsächlicher Umfang hängt aber entscheidend von der Verfügbarkeit ab sowie den zu erzielenden Preisen am deutschen Markt. Hat die Ware aus Ägypten ein zu niedriges Preisniveau vorgegeben, das den israelischen Anbietern nicht attraktiv genug erscheint, dürfte wie in den Vorjahren mehr Ware in das Vereinigte Königreich
verkauft werden. Dort wird üblicherweise mehr gezahlt.

Quelle: ZMP
Veröffentlichung vom 22.01.2008

Kontinental-Europa produziert 8% mehr Kartoffeln

- Kategorie Kartoffel, Praxis, Kartoffelanbau, Nachrichten

potatoreporteronline.com
berichtet am 22. Januar 2008:

Während der enorm erfolgreichen BP-2007-Veranstaltung in Harrogate, Yorkshire, Ende November, wurden von dem BPC ein Treffen der Northwest European Potato Growers (NEPG; Nordwesteuropäische Kartoffelerzeuger) veranstaltet.

Vertreter der fünf Haupterzeugerländer lieferten aktualisierte Schätzungen Lagerkartoffelproduktion. Mit Ausnahme von Britannien zeigten alle Kontinentalländer eine Zunahme mit einer Gesamtproduktionszunahme von 8% gegenüber 2006. Dies kam durch eine bepflanzte Fläche, die knapp 2% größer war. In Belgien war die Gesamternte besonders hoch, wobei die Bintje-Erträge 14% auf 52,6t/ha gestiegen waren, während demgegenüber die Haupterträge in GB 5% geringer als 2006 waren.

Vertreter berichteten auch Besorgnisse der Erzeuger der ganzen nordeuropäischen Länder bezüglich steigender Produktionskosten für den Ertrag 2008. Nach zwei schwierigen Anbausaisons erwartete die Mehrheit Zunahmen um 15-20%, vor allem durch Kosten in Verbindung mit Energie.

UN Millennium Development Goals und das Jahr der Kartoffel

- Kategorie Kartoffel, Kartoffelanbau, Nachrichten, Jahr der Kartoffel

2008 wird das Jahr der Kartoffel:
Die Hoffnungen sind groß, dass die Kartoffel ihren Beitrag zum Erreichen der 8 UN Millennium Development Goals leistet. Zielpunkt für diese goals ist das Jahr 2015. Die Ziele sind

1) ausrotten von extremer Armut und von Hunger
2) weltweites Erlangen von Elementarbildung
3) unterstützen von Gleichheit der Geschlechter und von Women-Empowerment
4) reduzieren der Kindersterblichkeit
5) verbessern der Gesundheit von Müttern
6) bekämpfen von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten
7) absichern der Nachhaltigkeit der Umweltpolitik
8) entwickeln einer globalen Entwicklungspartnerschaft

Kartoffel ernähren die Hungernden dieser Erde: Kohlenhydrate, Vitamin C, Mikronährstoffe, Eiweiß, … . Dabei steht in den südamerikanischen Anden bereits eine große genetische Diversität mit dem nötigen indigenem Know-how zur Verfügung. Ein internationaler Austausch darüber erhöht die Ernährungssicherheit und stärkt damit auch die weltweite Gesundheitsvorsorge.

Frauen leisten weltweit einen unersetzlichen Beitrag, wenn es um Pflanzen, Ernten, Lagern und Vermarkten dieser Kulturpflanze geht. Die Wertschätzung der Kartoffel fördert und sichert Empowerment auf lokaler Ebene.

Neue Zuchtmethoden leisten ihren Beitrag dazu, die Anbau- und Verwendungsmöglichkeiten der Kartoffel zu vervielfältigen. Ein internationaler Austausch über diese Möglichkeiten soll 2008 vorangebracht werden.

… und letztendlich besitzt die Kartoffel im Vergleich zu Getreidefrüchten große Vorteile in ihrer Umweltfreundlichkeit und damit auch in ihrer Nachhaltigkeit.

All das waren mehr als genug Grundlage, dass die UN-Generalversammlung 2008 zum Internationalen Jahr der Kartoffel ausrief..

Infos

Kategorien

Neueste 10 Einträge

Archiv

TOFFI-Blog