Der andere Kartoffeltransporter
Ein ganz anderes Modell des Kartoffeltransportes wurde von
fruchtportal.de
ins WEB gesetzt:

Ja, dann ….!
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Ja, dann ….!
ernaehrungsdienst.de veröffentlichte am 26. September 2007 zur Kartoffelernte 2007 in Deutschland:
Während der Kartoffelherbstbörse in Hannover wurde heute die erste Schätzung für die deutsche Kartoffelernte veröffentlicht: Es werden zur Ernte 2007 voraussichtlich 11,6 Mio. t Kartoffeln aus Deutschland zusammenkommen. Diese Zahl gab Dr. Bernd Mönning vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bekannt. Diese Menge liegt deutlich über den 10,03 Mio. t des vorigen Jahres. Der Zuwachs rührt zum einen von der auf 276.000 ha ausgedehnten Fläche, zum anderen von den besseren Erträgen. Den Durchschnittsertrag aus den Proberodungen bezifferte Mönning auf 420 dt/ha, was eine Steigerung gegenüber dem vorigen Jahr um 15 Prozent bedeutet.
Brigitte Stein gab am 26. September 2007
in ernaehrungsdienst.de
einen Kommentar zur Selbstverpflichtung der deutschen Kartoffelerzeuger bezüglich der Qualität der Kartoffelschale:
Pflichtprogramm
Ab 2008 ist Festschaligkeit Programm. Der Deutsche Kartoffelhandelsverband hat seine Mitglieder zur Selbstverpflichtung aufgerufen, ab 2008 nur noch festschalige Kartoffeln abzupacken. zudem soll die Festschaligkeit als Eigenschaft in die Berliner Vereinbarungen aufgenommen werden. Bei so viel demonstrierter Einigkeit im Kartoffelhandel war Widerspruch fast absehbar. Er kam von der Bundesvereingung der Frühkartoffelerzeugergemeinschaften im Bundesgebiet. In Anbetracht der vielen Worte, mit denen die Bundesvereinigung ihren Widerspruch bekundet, könnten man meinen, es sei ein Ding der Unmöglichkeit, festschalige Frühkartoffeln zu erzeugen. Anbautechnisch gebe es noch viele Unklarheiten, die Feststellung der Festschaligkeit sei nicht genormt und die Pflanzgutversorgung sei nicht darauf eingestellt. Doch das ist bei weitem nicht das Wichtigste an der Botschaft. Vielmehr geht es den Erzeugern, die ihre Stimme erheben, um Sicherheit. Sie wollen sich nicht verpflichten lassen, solange sie das Risiko deutlich alleine auf ihren Schultern spüren. Doch daran wird kaum ein Weg vorbei führen. Schließich haben maßgebliche Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel klare Vorgaben gemacht. Auf dieser Handelsstufe wird bestimmt, was in die Tüte kommt. Der Kartoffelhandel ist Überbringer der Botschaft und trägt damit kaum weniger Risiko.
Worin aber besteht das eigentliche Risiko? Doch darin, dass Berufskollegen – gleich auf welcher Handelsstufe – sich nicht an Absprachen halten. Die Erzeuger fürchten, sicher nicht zu Unrecht, dass auch im kommenden Jahr irgendwoher losschalige Kartoffeln in den Handel kommen. Dieses undisziplinierte Marktverhalten könnte dann das gepflegte Preisniveau ins Wanken bringen und damit das ganze schöne Festschaligkeits-Programm.
Das wird nur geschehen, wenn es auch im Kartoffelhandel und im Lebensmitteleinzelhandel eine Erosion der guten Vorsätze gibt. Tatsächlich ist es absehbar, dass einzelne Handelsunternehmen sich abseitig positionieren, wenn man sich die Uneinigkeit bei Rückstandshöchstmengen oder Qualitätssicherungssystemen vor Augen führt. Doch muss aus einer lokalen Erosion nicht gleich eine Lawine entstehen, die die ganze Frühkartoffelvermarktung mitreißt. Daran müssen Erzeugergemeinschaften und Vermarkter den Winter über arbeiten. Nur so lässt sich das Risiko auf mehreren Schultern verteilen.
Eine Marktinformation der Landwirtschaftskammer Niederösterreich wurde am 28.09.2007 von
fruchtportal.de
veröffentlicht:
Kartoffeln: Analysten erwarten steigende Preise
Nach Abschluss der Ernte werden in den meisten europäischen Marktanalysen steigende Preise erwartet
In Deutschland wird das Angebot der Saison entsprechend seit Beginn der Haupternte meist als reichlich eingeschätzt. Dafür konnten sich die Preise bisher erstaunlich gut behaupten. Zuletzt war aber von aufkommendem Preisdruck die Rede. Viele Landwirte verkaufen ihre Ware mangels Lagerraum oder Lagereignung direkt vom Feld. Dabei sind Preiszugeständnisse nicht selten. Niedrigere Preise für einwandfreie und gut lagerfähige Speiseware sind derzeit aber kein Thema.
Schon jetzt haben sich manche Landwirte weitgehend aus der Vermarktung zurückgezogen und lagern den Großteil ihrer Ernte in Erwartung später anziehender Kurse ein. Schwächere Preise nach dem Ende der Haupternte befürchtet derzeit eigentlich niemand, das wird auch durch die aktuellen Notierungen an der Terminbörse Hannover gestützt. Vielmehr besteht im Hinblick auf Übergrößen und Probleme mit Lagerfäule die Hoffnung auf spürbare Aufgelder für gute Qualitäten.
Kakoli Ghosh und Paul C. Jepson haben fĂĽr die
FAO
Methoden zur Evaluierung von genmanipulierten FeldfrĂĽchten und den UmwelteinflĂĽssen vorgestellt.
Näheres lesen Sie dazu hier!
Joachim Tietjen von der HANSA Terminhandel GmbH kommentierte am 08. September 2007 bei
www.RMX-Kartoffeln.de
die Marktsituation der Kartoffelstärkeproduzenten in Deutschland:
Der um eine Woche vorverlegte Saisonstart bei der Verarbeitung von Stärkekartoffeln machte bereits Anfang August deutlich, dass die Produkte des Vorjahres frühzeitig verbraucht waren. Aufgrund historisch hoher Getreidepreise ist die Kartoffelstärke in den letzten Wochen noch konkurrenzfähiger geworden, es verwundert deshalb nicht, dass auch die laufende Produktion immer sofort verkauft ist. Die Fabriken leben „von der Hand in den Mund“ und sie haben damit begonnen, die Rohstofflieferanten stärker zu umwerben.
Auf verschieden Informationsveranstaltungen und Kundgebungen haben Vertreter der Emsland Group (Deutschlands größter Kartoffelstärkeproduzent) den Landwirten bis zu 1 €/dt höhere Auszahlungspreise für die laufenden Kartoffellieferungen zugesagt. Im kommendem Jahr sollen sogar 1,5 €/dt mehr drin sein. Dahinter stehen Befürchtungen, dass die weiteren Anbauentscheidungen gegen die Kartoffelproduktion und für den Getreideanbau ausfallen könnten. Einige Landwirte berichten, dass die freiwilligen Zuschläge nur zum Tragen kommen, wenn das Lieferrecht dieses Jahres möglichst hoch erfüllt wird und einer Vertragsverlängerung zugestimmt wird. Trotz der Anreize bleiben viele Bauern skeptisch und es kam noch nicht zum erhofften Run auf weitere Vertragsabschlüsse.
Wenn der Stärkekartoffelanbau mit Getreidepreisen von 20 €/dt mithalten will, müssen mindesten zehn Tonnen Stärke vom Hektar geholt werden, rechnet ein Kenner der Branche vor. Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel. Da der magere Erlös bisher keine hohen Kosten vertrug, werde Stärkekartoffeln in der Regel nicht beregnet und man ist den Unwägbarkeiten des Wetters ausgeliefert. Leider haben die Züchter in den letzten Jahren zudem versäumt, auf Stärkeeffizienz zu züchten, stattdessen hat man neue Sorten gegen Krankheiten resistenter gemacht. Die bislang schon grenzwertigen Deckungsbeiträge veranlassten immer mehr Bauern der Stärkeproduktion den Rücken zu kehren.
Darüber hinaus droht auch aus Brüssel Ungemach: Der Stärkeverband wurde kürzlich aufgefordert, Vorschläge zum Abbau von Subventionen zu machen. Bis 2010 sind die Brüsseler Zuschüsse noch sicher, danach muss die Branche mit einer stufenweise Rückführung der Produktionshilfe rechnen. Im Werk Wietzendorf hat die Emslandstärke darüber hinaus mit den Folgen einer unwirtschaftlichen Investition in eine Biogasanlage zu kämpfen. Wie die Zukunft dieses Stammwerkes aussieht, steht in den Sternen.
Das alles reizt die Bauern nicht unbedingt, so weiterzumachen wie bisher. Insofern kommen die Zusagen für Preisanhebungen in Verbindung mit der Lieferpflicht nicht von Ungefähr. Ob sie ausreichen, bestimmt der Weltmarkt für Getreide. Die Kartoffelprodukte: Stärkeveredelungsprodukte, Kartoffeleiweiß, Flocken und Granulate aus den deutschen Fabriken sind weltweit gefragt. Allein in den Werken der Emsland-Stärke GmbH in Emlichheim, Wietzendorf, Golzen und Kyritz wurden zuletzt 1,6 Mio. Tonnen Stärkekartoffeln verarbeitet. Die Manager müssen nun schnellstmöglich eine Anpassung zur Getreidestärke umsetzen, um die Stärkeproduktion aus Kartoffeln konkurrenzfähig zu halten. Zudem müssen sie ihre internen Probleme lösen. Anderenfalls werden ihnen die Rohstofflieferanten weglaufen. Sollte ihnen eine Koppelung an die Getreidenotierungen gelingen, wird es keine Zuschüsse aus Brüssel mehr geben. Die Abschaffung der EU-Getreideintervention noch in diesem Herbst gilt als sicher. Einen Sonderweg für die Kartoffel wird es dann nicht mehr geben.
Die Abkehr von der Stärkekartoffelproduktion dürfte sich indes in einigen Betrieben schon vollzogen haben. Bei den Züchtern kommt es auffällig oft zu Abbestellungen von Saatgut. Die großen Betriebe, vornehmlich im Osten Deutschlands, treffen derartige Entscheidungen viel rationaler als ihre Kollegen im Westen. Die Getreideproduktion ist weniger arbeitsaufwendig und auch die Vermarktung gestaltet sich problemloser als bei Kartoffeln. Um die Kartoffelstärkeproduktion zu halten, bedarf es also weiterer Anstrengungen, denn die Kartoffel zählt zu den Kulturen, die insgesamt höchste unternehmerische Kenntnisse erfordert.
Das haben auch die Frittenhersteller erkannt. Trotz einer aktuell guten Versorgungslage wagt es kaum eine Fabrik, die Bauern mit Preisdruck zu konfrontieren. Auch hier zahlt der eine oder andere bereits freiwillig Zuschläge, um eine Vertragsverlängerung schmackhaft zu machen. Die derzeitige Preisunterkante von sieben Euro/dt für hochprozentige Stärkekartoffeln und Veredelungskartoffeln könnte in dieser Saison eine selbst organisierte Interventionsgrenze werden.
ernaehrungsdienst.de
berichtet am 26.09.2007:
Eine mittlere Kartoffelernte von guter Qualität ist in Polen eingebracht worden. Das Statistikamt GUS in Warschau schätzt die Menge auf 11,2 Mio. t. Die Ernte 2007 übertrifft damit das schwache Vorjahresergebnis um ein Viertel. Gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt fällt die Ernte allerdings um ein Viertel ab. Dieser Rückgang ist auf einen tendenziell rückläufigen Anbau zurückzuführen. Mit etwa 570.000 ha ist die polnische Kartoffelfläche zur Ernte 2007 um fast ein Drittel gegenüber dem Fünfahresdurchschnitt geschrumpft. (db)