Kartoffelnetzwerk in den Anden
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Alejandro Argumedo
ist Gründungsmitglied und Co-Chairman im Call of the Earth Steering Committee.
Er ist Agraringenieur in Peru, und war über lange Jahre aktiv in indigenen Inititativen im Prozess der Anerkennung des Indigenous peoples rights bei den Vereinten Nationen.
Zur Zeit leitet er die Quechua-Aymara Association for Sustainable Livelihoods (ANDES) in Cusco, Peru
Am 14. Mai 2008 berichtete er auf dem PlanetDiversity-Kongress in Bonn von dem
Kartoffelnetzwerk in den Anden.
Unter dem Titel
Kartoffeln und Beständigkeit des Saatgutes - Verteidigung der Vielfalt des Lebens in den Anden
führte er durch die Aktivitäten seiner Nicht-Regierungs-Organisatio.
In einer Zusammenfassung stellen wir sie ins Internet:
Aufbau von Kollektiveigentum an Land, sowie an genetischen und biologischen Ressourcen
Stärkung der Vielfalt von Kulturpflanzen mitihren Landsorten und dem zugehörigen Lokalwissen
Unterstützung der Reaktivierung alter Landsorten aus öffentlichen und privaten Gernbanken durch indigene Bewohner
Erklärung der Andenregion zur Gentechnikfreien Zone
Austausch von Erfahrung und erlerntem Wissen zwischen lokalen Siedlern und indigenen Dörfern
Entwickeln von autonomen lokalen Genregistern
Unterstützen der indigenen Dörfern in Politik und sozialen Angelegenheiten
Respektive der Ökosysteme-Pufferzonedie den Aufenthalt, geheiligte Orte, Refugien, und Zugang zu den indigenen Dörfern einbeziehen
Der Weg der Kartoffel
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Argenpapa, Perú stellte „den Weg der Kartoffel“ vor.
Vor über 8.000 Jahren wurde dieses in aller Welt populäre Nahrungsmittel erstmals vom Menschen im Ackerbau kultiviert. In Peru befindet sich der Welt größte Genbank aus Samen, Zellkulturen und Pflanzensammlungen: Sie besteht 5.000 Landsorten der gesamten Anden-Region. Allein über 2.500 dieser Sorten stammen aus Peru. Biologen, Genetiker und Agraringenieure untersuchen dieses Lebensmittel sowohl in Labors als auch in Feldversuchen mit Hilfe der einheimischen Kleinbauern. Diese Arbeit befindet sich in der Hand der Nicht-Regierungsorganisation <i> Centro Internacional de la Papa</i> (CIP – Internationales Kartoffelzentrum) mit Sitz in Lima, die bereits 1971 begann Sortenmuster der Kartoffel zu sammeln.
David Spooner, Taxonomist aus den USA, ortete den Ursprung dieser Pflanze zwischen dem Südanden-Ort Cusco, der alten Inka-Hauptstadt und der Peruanisch-Bolivianischen Andenhochebene. In dieser Region schlossen sich 2004 in Zusammenarbeit mit dem CIP sechs Gemeinden zum <i>Parque de la Papa</i> (Kartoffelpark) zusammen. Mario Paco Gallegos, Bürgermeister der Gemeinde Paru Paru y Vize-Präsident der «<i>Asociación de Comunidades del Parque de la Papa en Cusco</i>» äußerte sich dazu :
»<i>Wir pflegen die Ursprungskartoffel für unsere Kinder. Zum Anbau nutzen wir keinen Kunstdünger, sondern nur Guano (Stallmist). </i>“
Der Park umfasst ca. 10.000 ha Anbaufläche und wird von 1.200 Familien mit 6.700 Personen bewohnt. Sie bauen zwischen 620 und 640 Sorten zwischen 3.950 und 4.400 m ü.NN. an. Um die 400 dieser Sorten wurden aus der Genbank des CIP genommen, nachdem sie dort von Viren und Krankheiten befreit worden waren. So wie Pamela Anderson, Direktorin des CIP Kund tat, ist es das Ziel den Kleinbauern „ihren Schatz, die Kartoffel zurückzugeben“, damit sie ihre Biodiversität erhalten können. So wurden in den letzten 5 Jahren ca. 25% der Kartoffelsorten aus dem Bestand der CIP-Genbank bereits wieder an die Bauern von 30 Gemeinden verteilt.
Diese Kartoffelsorten unterscheiden sich sowohl in Form (länglich, schraubenförmig und rundlich gedrängt) und Farbe (dunkel, hell, rot, blau, gelb, marmoriert und rosa) als auch in ihrer Krankheitsresistenz, ihrer Klimatoleranz, ihrem Gebrauch, ihrem Nährstoffgehalt, und natürlich in ihrem Geschmack. Daher hat sie mittlerweile auch ihren Platz in der internationalen Spitzenküche gefunden.
Sehen Sie hierzu auch die Rezeptsammlung bei www.toffi.net.
Die Karriere der Knolle
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Die Karriere der Knolle lautet der Titel der Wanderausstellung, mit der die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ein Jahr, im von den Vereinten Nationen ausgerufenem Internationalen Jahr der Kartoffeln, die Kartoffel und ihre Bedeutung für die Entwicklungsländer in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken möchte.
Diese Ausstellung dreht sich um vier große Themen:
- Produktion und Verbrauch;
- Botanik und Kultur;
- Vielfalt, Forschung und Züchtung;
- Ernährungssicherung und Entwicklungszusammenarbeit.
Der Besucher erfährt etwas über das Brauchtum in den Anden rund um die Kartoffel und darüber, dass die Bauern in Pilgramsreuth nachweislich die ersten deutschen Kartoffeln angebaut haben. Kartoffelzüchtung und Kartoffelkrankheiten begegnen dem Besucher auf seinem Rundgang ebenso wie stilvolle Bilder von Nahrungsmitteln oder die Geschichte von Linda, der derzeit wohl bekanntesten deutschen Kartoffelsorte.
Eröffnet wurde die Ausstellung am 18. Januar auf der Internationalen Grünen Woche. Seitdem reist sie durch Deutschland. In Nordrhein-Westfalen ist die Ausstellung zweimal zu sehen: Vom 7. bis 29. Mai ist sie im Stadthaus Bonn, Berliner Freiheit, und vom 13. bis 21. September im Botanischen Garten, Meckenheimer Allee 171, in Bonn vor Ort.
Frankreich: Kartoffelverbrauch scheint wieder zuzunehmen
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So wie das britische Potato Council am 01-05-2008 berichtet, steigt der Kartoffelkonsum der Franzosen leicht an. Wie die Organisation in ihrem letzten Euro Potato report feststellte, stieg der Kartoffelkauf von 07-2007 bis 02-2008 um 5% an.
54% der Franzosen essen 2 bis 3 mal die Woche Kartoffeln, 26% 1 mal wöchentlich, und nur 1% verspeist nie Kartoffeln. Mit 53% sind Kartoffelchips das bei weitem bevorzugte Gericht (!). Mit 19% folgt die gekochte Kartoffel, zu 15% wird frittiert, und als Kartoffelbrei wird zu 13% zubereitet.
Durch den allgemeinen Anstieg der Preise für Futtermittel, werden Kartoffeln auch vermehrt in Rationen für Rinderfutter eingesetzt. Das C.N.I.P.T. (Comité National Interprofessionnel de la Pomme de Terre) untersucht zur Zeit die Möglichkeit aussortierte Frischkartoffeln in Futtermittelrationen einzubeziehen.
Linda lebt!
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Karsten Ellenberg vom LINDA- Freundeskreis (c/o Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V.), Bioland-Bauer und Kartoffelzüchter aus Barum (Landkreis Uelzen) unterstreicht:
“Linda lässt sich nicht unterkriegen!”
Ellenberg hält an dieser beliebten Kartoffelsorte fest, um dessen Wiederzulassung seit 4 Jahren heftig gestritten wird. Der bisherige Züchter „Europlant“ wollte LINDA nach 30 Jahren vom Markt nehmen, um neue Sorten zu placieren, obwohl viele Bauern und Verbraucher weiter LINDA auf dem Acker und auf dem Teller haben wollen.
Der LINDA-Freundeskreis stellte daraufhin einen Antrag auf Wiederzulassung. Da das erneute Anmeldeverfahren von LINDA beim Bundessortenamt in Hannover viel Geld gekostet hat, haben zahlreiche Kartoffelbauern und Pflanzkartoffelhändler einen Solidaritätsbeitrag geleistet.
Jeweils 500 € sind als ein Anteil der entstandenen Anmeldungskosten übernommen worden. Die Käufer dieser Anteile teilen sich gemeinsam das finanzielle Risiko, ganz gleich, ob LINDA wieder als Kartoffelsorte zugelassen wird oder nicht. Weitere „Anteilseigner“ werden gesucht.
„Vor wenigen Wochen hat das Bundessortenamt Hannover meinem Betrieb vorab das „Inverkehrbringen zu Forschungszwecken“ von 100 kg LINDA - Pflanzkartoffeln genehmigt“, berichtet Ellenberg. „Die Bauern, die einen Solidaritätsbeitrag zur Rettung von LINDA einbezahlt haben, haben sich durch ihren Einsatz den Kauf vom Pflanzgut als Erste gesichert“, so Ellenberg, der symbolisch an die Betriebe je 1 kg Pflanzkartoffeln ausgeliefert hat, die jetzt in den Boden gebracht werden.
Das Pflanzgut darf normal angebaut und auch vermehrt werden. Karsten Ellenberg: „Aus 1 kg kann nach dreijähriger Vermehrung über 3000 kg geerntet werden. Wenn diese dann noch ein Jahr zum Anbau als Speisekartoffeln genutzt werden, können daraus sogar über 50.000 kg LINDA-Speisekartoffeln geerntet werden“.
Handel ist derzeit verboten
Die populäre Kartoffelsorte wird immer noch von den Experten des Bundessortenamts getestet. „Dieses Verfahren hat unnötig viel Zeit und Geld gekostet. Da LINDA zur Zeit nicht in der Bundessortenliste geführt wird, ist ein Handel mit LINDA – Pflanzkartoffeln - über diese 100 kg hinaus - derzeit verboten“, erklärt Ellenberg. „Das Bundessortenamt und die Bundesregierung sind am Zug. Sie sollten den Markt entscheiden lassen und den Wünschen von Verbrauchern und Bauern nachkommen“, so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. und Mitbegründer des LINDA-Freundeskreises. „Wir haben 2008 das von der UNO ausgerufene „Internationale Jahr der Kartoffel und im Mai ist die große UNO Konferenz zur Biologischen Vielfalt in Bonn. Eine Neuzulassung von LINDA als Pflanzkartoffel wäre ein deutliches Signal“, so der AbL-Geschäftsführer. Janßen verwies auf den aktuellen Bericht des UNO-Weltagrarrats, der die biologische Vielfalt und die traditionellen Anbaumethoden in bäuerlichen Betrieben als einen wichtigen Faktor zur Welthungerbekämpfung gekennzeichnet hat. „Die Kartoffel steht auf Platz vier der wichtigsten Grundnahrungsmittel mit ständig wachsender Bedeutung – und da muss LINDA mit dabei sein“.
AID-Informationsdienst zum Kartoffeljahr
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Dr. Friedhelm Mühleib vom aid infodienst, Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V. schreibt im einem Artikel zum „Internationalen Kartoffeljahr“:
Kartoffel ist das Lebensmittel der Zukunft und eine funktionierende Waffe gegen den Welthunger.
(aid) - Auf den Tellern der Deutschen führt sie meist nur noch eine Randexistenz als Sättigungsbeilage. In vielen Ländern der Welt könnte sie künftig zu einer der wichtigsten Waffen gegen den Hunger werden: die Kartoffel. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat die Kartoffel zum “Food of the Future” - Lebensmittel der Zukunft erklärt und das Jahr 2008 zum internationalen Jahr der Kartoffel ausgerufen.
Schon heute ist die Kartoffel nach Weizen und Reis die drittwichtigste Nahrungspflanze weltweit. Nach Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO verschiebt sich der Schwerpunkt der Produktion immer mehr in die Entwicklungs- und Schwellenländer. Mehr als die Hälfte der 320 Millionen Tonnen Kartoffeln, die 2007 weltweit geerntet wurden, stammen bereits aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Inzwischen ist China mit einer Erzeugung von 72.000 Tonnen im Jahr 2007 schon weltweit größter Kartoffelerzeuger - und der Kartoffelanbau soll dort künftig weiter massiv ausgedehnt werden. Indien plant die Verdoppelung der Kartoffelproduktion.
Für die Kartoffel als Basisnahrungsmittel für breite Bevölkerungsschichten sprechen viele Argumente:
Als eine der produktivsten Nahrungspflanzen bringt die Kartoffel pro Hektar in kürzerer Zeit wesentlich höhere Erträge als beispielsweise Getreide. Unter entsprechenden klimatischen Bedingungen wachsen auf einem Hektar Land bereits nach 50 Tagen 20 Tonnen Kartoffeln zur Erntereife heran.
Der essbare Anteil der Kartoffelpflanze liegt bei etwas 85 Prozent gegenüber nur etwa 50 Prozent bei Getreide.
Durch ihren Gehalt an hochwertigem Protein und den hohen Vitamin C-Gehalt liefern Kartoffeln gerade bei Lebensmittelknappheit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Eiweiß- und Vitaminversorgung.
Nach Ansicht der UNESCO-Experten lohnt sich der arbeitsintensive Kartoffelanbau überall dort, wo Land knapp und Arbeitskraft im Überfluss vorhanden ist, was in den meisten Entwicklungsländern der Fall ist. Da Kartoffeln im Gegensatz zu den meisten Getreidearten nicht weltweit gehandelt werden, ist ihr Preis bis heute weitgehend von regionalen Produktionskosten bestimmt.
Entsprechend fielen die Preissteigerungen für Kartoffeln in der jüngsten Zeit weit geringer aus als beispielsweise bei Getreide und Reis. Die Kartoffel gehört also gerade in den armen Ländern immer noch zu den preiswertesten Lebensmitteln. Auch das trägt wesentlich dazu bei, dass die Kartoffel hilft, mehr Nahrungssicherheit zu gewährleisten und die Armut zu vermindern.
Kartoffel soll der Welt Ernährungssicherheit bringen
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Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen - Food and Agricultural Organisation of the United Nations (FAO - UN) will die weltweite Ernährungssicherheit durch die Förderung der Kartoffel als hochwertiges Nahrungsmittel voranbringen.
Wie die FAO anlässlich einer Konferenz zum Internationalen Jahr der Kartoffel in Peru mitteilte, sind die Aussichten dafür günstig. In Peru habe die Inflation der Lebensmittelpreise die Regierung angeregt, die Bevölkerung zum Konsum von Kartoffelbrot zu ermutigen, um so den Importbedarf von teurem Weizen zu verringern, berichtet der Agrarpressedienst Agra-Europe.
In China als wichtigstem Anbauland könne die Kartoffel in ländlichen Regionen bald zum Hauptnahrungsmittel avancieren.
Um den Nutzen der Kartoffelproduktion zu steigern, müssten jedoch zahlreiche Verbesserungen vorgenommen werden, beispielsweise in Bezug auf die Qualität des Pflanzmaterials, durch einen nachhaltigeren Einsatz von Ressourcen sowie mit Sorten, die weniger Wasser benötigten und widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen, Krankheiten und dem Klimawandel seien.
Allerdings sei erwähnt, dass im Ursprungsland der Kartoffel, in Peru ein großes Resservoir an Sortenvielfalt vorhanden ist, das per Dekret als Schutzgebiet erklärt wurde. Dort werden z.B. sogar Kartoffelsorten vorgefunden, die den Frost überstehen.
Quelle: lid