Kartoffellieferungen nach Algerien noch zollfrei
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Joachim Tietjen berichtet in
www.RMX-Kartoffeln.de
über Exportmöglichkeiten auf den algerischen Agrarmarkt für Kartoffeln:
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Aufgrund einer katastrophalen Kartoffelernte hat Algerien in diesem Jahr einen Einfuhrbedarf von ca. 500.000 Tonnen Konsumkartoffeln. Um eine kostengünstige Lebensmittelversorgung durch Importe sicherzustellen, wurde der Einfuhrzoll für Kartoffeln vorübergehend auf „0“ gesetzt. Diese Vergünstigung endet aber Ende Oktober, kurz bevor im Nordwesten Afrikas die Herbsternte beginnt.
Das derzeitige Dilemma Algeriens hat seinen Ursprung bereits im Jahre 2005. Damals wurden viele Pflanzkartoffellieferungen aus der EU wegen falscher Kalibrierung beanstandet (siehe MK 47/05 vom 24.12.2005). Trotz Intervention höchster Verbandsfunktionäre kam es zu keiner Einigung und die Züchterhäuser verloren viel Geld. Algerien galt immer schon als anspruchsvoller Verhandlungspartner. Der große Importbedarf von immerhin bis zu 90.000 Tonnen Pflanzkartoffeln pro Jahr verleiht den Einkäufern ein starkes Selbstbewusstsein. Nachdem der Streit auch in der Folgezeit nicht beigelegt werden konnte, haben Algeriens Behörden beschlossen, die Pflanzkartoffelproduktion selber voranzutreiben. Dieses Unterfangen ist aber gründlich misslungen. Die Saatgutausbeute und -qualität war miserabel, sodass in diesem Jahr die Kartoffelanbaufläche wegen fehlender Pflanzkartoffeln um mindesten 30 % eingeschränkt werden musste. Die kleine Menge, die nun herangewachsen ist, ist zudem von so schlechter Qualität, sodass Konsumkartoffeln in noch nicht bekannter Menge eingeführt werden müssen.
Von offiziellen Algerischen Stellen werden die bisherigen Einfuhren mit 100.000 Tonnen beziffert, holländische Exporteure sprechen bereits von 200.000 Tonnen. Die unerwartet gute Drittlandsnachfrage bewahrte Belgiens Kartoffelproduzenten vor einem andauernden Preistief. Trotz Rekorderträgen bei den Frühkartoffeln haben sich die Erzeugerpreise in unserem Nachbarland nachhaltig erholen können, wie die auf 8 €/dt (+1€/dt) ansteigende Belgapom-Notierung vom Freitag zeigt. Durch die bereits abgewickelten Exporte hat Belgien bereits jetzt ein Drittel seiner erwarteten Gesamternte exportiert. Dennoch: die Arbeit mit Algerien bleibt auch in diesem Jahr sehr problematisch. Man hört, dass es zuletzt immer wieder Beanstandungen und Zurückweisungen gab. Nach dem pflanzenbaulich sehr anspruchsvollen Jahr ist es tatsächlich gewagt, erntefrische Knollen zu verladen. Fäulnisschäden sind nicht auszuschließen.
Die Exporteure sind indes in der Zwickmühle: die Zollbefreiung für Kartoffelimporte gelten nur noch bis Ende Oktober. Nach britischen Marktrecherchen gilt danach ein Importzoll von 40 %. Das dürfte die Exportaktivitäten nach Algerien vorübergehend zum Stillstand bringen. Der Zeitpunkt dieser Maßnahme ist wohl mit Bedacht gewählt. Zum einen beginnt im November die Herbsternte am Atlasgebirge. Die eigene Ernte hat dann zunächst einmal Vorrang. Und zum anderen will der Algerische Staat die teuren Pflanzgutimporte abschöpfen, die nun wohl wieder in größerem Umfang nötig werden.
Ob mit oder ohne Zoll, es ist zu erwarten, dass weitere Kartoffelimporte aus der EU benötigt werden. Nach ZMP-Angaben produzierte das flächenmäßig zweitgrößte afrikanische Land am Südrand des Mittelmeers im Jahre 2005 auf 90.000 ha 1,8 Mio. Tonnen Kartoffeln. Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar war also 20 Tonnen/ha. Wenn nun auf nur 60.000 ha ein Ertrag von, sagen wir mal, 15 Tonnen aufwuchs, dürfte sich die Gesamternte halbiert haben. Damit markieren die prognostizierten 500.000 Tonnen eher die Unterkante dessen, was tatsächlich benötigt wird.
Den Kartoffelproduzenten in der EU kommt diese außerordentliche Drittlandsnachfrage gut zu pass. In der EU (27) ist die Gesamternte nach neuesten Schätzungen mindestens vier Mio. Tonnen größer als im teuren Vorjahr. Die Mehrmengen sind allerdings ausschließlich in Norden herangewachsen, einen Zukaufbedarf haben dagegen der Süden der EU und nordafrikanische Staaten. Aber auch die Kartoffelverarbeitende Industrie benötigt für die Fritten-, Flocken- und Stärkeproduktion mehr Rohstoff, weil die weltweite Nachfrage nach diesen Produkten boomt. Frischkartoffeln zu exportieren ist aufgrund der hohen Frachtbelastung allerdings sehr teuer und Kartoffelprodukte unterliegen einem starken Wettbewerb zu anderen stärkehaltigen Rohstoffen. Deshalb wird der Produzent hierzulande vorerst nur bedingt von dieser freundlichen Entwicklung profitieren. Erst wenn am Ende der Vermarktungsperiode, also im späten Frühjahr 2008, die Vorräte tatsächlich erschöpft sein sollten, könnten die Erzeugerpreise deutlicher steigen. Angesichts der bedarfsgerechten Erntemenge ist es bis dahin aber noch ein weiter Weg.
Kommentar zur Selbstverpflichtung
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Brigitte Stein gab am 26. September 2007
in ernaehrungsdienst.de
einen Kommentar zur Selbstverpflichtung der deutschen Kartoffelerzeuger bezüglich der Qualität der Kartoffelschale:
Pflichtprogramm
Ab 2008 ist Festschaligkeit Programm. Der Deutsche Kartoffelhandelsverband hat seine Mitglieder zur Selbstverpflichtung aufgerufen, ab 2008 nur noch festschalige Kartoffeln abzupacken. zudem soll die Festschaligkeit als Eigenschaft in die Berliner Vereinbarungen aufgenommen werden. Bei so viel demonstrierter Einigkeit im Kartoffelhandel war Widerspruch fast absehbar. Er kam von der Bundesvereingung der Frühkartoffelerzeugergemeinschaften im Bundesgebiet. In Anbetracht der vielen Worte, mit denen die Bundesvereinigung ihren Widerspruch bekundet, könnten man meinen, es sei ein Ding der Unmöglichkeit, festschalige Frühkartoffeln zu erzeugen. Anbautechnisch gebe es noch viele Unklarheiten, die Feststellung der Festschaligkeit sei nicht genormt und die Pflanzgutversorgung sei nicht darauf eingestellt. Doch das ist bei weitem nicht das Wichtigste an der Botschaft. Vielmehr geht es den Erzeugern, die ihre Stimme erheben, um Sicherheit. Sie wollen sich nicht verpflichten lassen, solange sie das Risiko deutlich alleine auf ihren Schultern spüren. Doch daran wird kaum ein Weg vorbei führen. Schließich haben maßgebliche Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel klare Vorgaben gemacht. Auf dieser Handelsstufe wird bestimmt, was in die Tüte kommt. Der Kartoffelhandel ist Überbringer der Botschaft und trägt damit kaum weniger Risiko.
Worin aber besteht das eigentliche Risiko? Doch darin, dass Berufskollegen – gleich auf welcher Handelsstufe – sich nicht an Absprachen halten. Die Erzeuger fürchten, sicher nicht zu Unrecht, dass auch im kommenden Jahr irgendwoher losschalige Kartoffeln in den Handel kommen. Dieses undisziplinierte Marktverhalten könnte dann das gepflegte Preisniveau ins Wanken bringen und damit das ganze schöne Festschaligkeits-Programm.
Das wird nur geschehen, wenn es auch im Kartoffelhandel und im Lebensmitteleinzelhandel eine Erosion der guten Vorsätze gibt. Tatsächlich ist es absehbar, dass einzelne Handelsunternehmen sich abseitig positionieren, wenn man sich die Uneinigkeit bei Rückstandshöchstmengen oder Qualitätssicherungssystemen vor Augen führt. Doch muss aus einer lokalen Erosion nicht gleich eine Lawine entstehen, die die ganze Frühkartoffelvermarktung mitreißt. Daran müssen Erzeugergemeinschaften und Vermarkter den Winter über arbeiten. Nur so lässt sich das Risiko auf mehreren Schultern verteilen.
Handel nur noch mit festschaligen Kartoffeln
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Ernaehrungsdienst.de veröffentlichte am 18. September 2007 den folgenden Artikel:
“Knapper Zeitplan für festschalige Kartoffeln
Die Pläne des Deutschen Kartoffelhandelsverbands (DKHV), ab dem Jahr 2008 nur noch festschalige Kartoffeln zu verkaufen, wird von den Erzeugern offenbar als übereilt empfunden. Der DKHV war zunächst mit einer Selbstverpflichtungserklärung des Handels an die Öffentlichkeit gegangen, nachdem seitens des Lebensmitteleinzelhandels gefordert war, nur noch festschalige Kartoffeln zu handeln.
Nun soll die Festschaligkeit auch als Bedingung in die Berliner Vereinbarungen aufgenommen werden. Dennoch sehen die Erzeugervereinigungen die Gefahr, dass es zu Wettbewerbsverzerrungen kommen könnte, zwischen Landwirten, die ein hohes Risiko eingehen und diese Bedingung erfüllen und anderen. Die Erzeugervereinigungen weisen darauf hin, dass zudem noch Klarheit über die notwendige Produktionstechnik fehlt.”
Mit einem Gruss
Euer
TOFFI-Team
Kartoffel-Marktlage in Europa
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Kartoffeln: Weiter stabile Marktlage
Der Landwirtschaftskammer Niederösterreich veröffentlichte am 14. September 07:
“In Deutschland ist der Markt mit Speisekartoffeln trotz regionaler Niederschläge weiter gut versorgt. Das reichliche Angebot stößt auf eine ruhige Nachfrage. Mit Einlagerungen wird versucht, den Markt zu entlasten. Die guten Exportaussichten nach Südeuropa federn den Druck auf die Erzeugerpreise zusätzlich ab. Auch bei der Verarbeitungsware hat sich die Stimmung inzwischen gebessert. Die Preise können sich knapp behaupten.
Der österreichische Kartoffelmarkt präsentiert sich zu Beginn der Haupternte in stabiler Verfassung. Reichliche Niederschläge führten zu Rodeunterbrechungen. Die Inlandsnachfrage kann mit dem vorhandenen Angebot aber gut abgedeckt werden.
Während in der Steiermark und in Oberösterreich gute Hektarerträge erwartet werden, dürfte im Hauptanbaugebiet Niederösterreich der Ertrag um gut 20 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Die Erzeugerpreise liegen mit 15 bis 18 Euro je 100 kg für alle Sorten stabil auf Vorwochenniveau.
In den Niederlanden ist derzeit reichlich Ware aus den Rodungen verfügbar. Die Erträge liegen auf durchaus zufriedenstellendem Niveau. Eine Rekordernte, wie im Jahr 2004, steht aber nicht an.
Nachdem der Preisdruck aus Belgien weitgehend abgebaut ist, hat sich das Preisniveau stabilisiert. Die gute Auslandsnachfrage, speziell aus Nordafrika und Osteuropa, trägt ebenfalls zur Stabilisierung bei. In Algerien und Tunesien gibt es wetterbedingt Schwierigkeiten mit der zweiten Ernte, weshalb einiges mehr dorthin exportiert werden dürfte.”
Bis bald
Euer
TOFFI-Team
Kai Lisboa: Ein Mord der nicht verfolgt wird?
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Diese Nachricht betrifft Kai Lisboa, unseren ehemaligen Komolitonen an der Universität Gesamthochschule Kassel in Witzenhausen. Zunächst wurde diese Nachricht am 06. September 2007 im @grar(b)log veröffentlicht und wird heute vom TOFFI-Blog übernommen.
Kai wurde heute vor einem Jahr in Natal, Brasilien ermordet aufgefunden.
Natürlich fragen wir, seine alten Freunde, uns: Wie? Warum? und vor allem Von wem?
Wir hoffen, dass diese Fragen auch nach so langer Zeit noch eine Antwort finden, die unserem Freund gerecht wird.
“Kai Lisboa war Deutsch-Brasilianer und studierte an der GhKassel, Witzenhausen (Nordhessen). Danach ging er für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) nach Brasilien und arbeitete einige Jahre als Berater in Minas Gerais.
Im Anschluss erwarb er mit/für dem/n deutschen Unternehmer Peter Wiese aus München einen 600 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb (Fazenda Paz, heute Fazenda Natal) und verwaltete diesen Betrieb drei Jahre als Mitinhaber und Geschäftsführer bis zum Juni 2006. Der Betrieb produziert Früchte wie z.B. Papaya, Ananas, Limetten und Maracuja, teils für den Export, teils für den lokalen Markt. Mehrere Studenten der Gesamthochschule Kassel absolvierten ihr Auslandspraktikum auf diesem Betrieb, der u. a. auch von Dozenten der GhKassel beraten wurde.
Im Mai/Juni 2006 setzte der Besitzer einen neuen Verwalter für die Fazenda ein, Rogério Rezende Paiola. Von diesem, dem Besitzer und einigen privaten Wachleuten wurde Kai mit seiner Familie - unter Waffengewalt - von der Fazenda vertrieben.
Da der Besitzer ausstehenden Lohn und den Anteil Kais an der Fazenda zurückhielt setzte Kai einen Arbeitsrechtsprozess in Gang und ließ über seinen Anwalt den offenbar beabsichtigten Verkauf der Farm stoppen.
Kai wurde am 10. September in Barra de Maxaranguape aufgefunden, einen Tag vor der ersten Anhörung dieses arbeitsrechtlichen Verfahrens. Er wurde mit mehreren Schüssen in den Kopf getötet, sein Körper wurde angezündet und verbrannte bis zur Unkenntlichkeit. Am 14. September konnte er anhand seines Zahnbildes identifiziert werden.”
Wer in diesem misteriösen Fall auf dem Laufendem bleiben möchte, kann Näheres und Weiteres bei @grar.de im @grar(b)log erfahren.
In der Hoffnung auf Gerechtigkeit
verbleiben wir
Euer
TOFFI-Team