3. FAO-Frage:
Was steckt hinter den Bio-Etiketten?

Das Etikett
Ein Bio-Etikett zeigt an, dass ein Produkt nach bestimmten ökologischen Standards zertifiziert wurde. Das Etikett trägt den Namen der zertifizierenden Organisation sowie die Standards, die es erfüllt (z.B. EU 2092/91). Für den informierten Verbraucher funktioniert dieses Etikett als Leitfaden. Zertifizierende Organisationen bewerten eine Produktion gemäß den organischen Standards und werden selber offiziell von mehr als einem autorisierten Gremium anerkannt. Das Etikett einer zertifizierenden Organisation informiert somit den Konsumenten sowohl über den Typ des Standards, welcher während Produktion und Verarbeitung erfüllt wurde, als auch über die Art der Anerkennung, die der zertifizierenden Organisation bewilligt wurde.

Freiwillige Internationale Standards
Auf Internationaler Ebene haben FAO/WHO

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2. FAO-Frage:
Was sind zertifizierte Bio-Produkte?
What are certified organic products?

Zertifizierte Bio-Produkte sind die welche in Übereinstimmung mit den spezifischen technisch-ökologischen Verordnungen produziert, gelagert, weiterverarbeitet, befördert und vermarktet werden, und als Biologisch von einem Öko-Zertifizierer zertifiziert werden.

Sobald eine Erfüllung der Biologischen Standards durch einen Öko-Zertifizierer festgestellt wurde, kann das Produkt mit einer Etikettierung gezeichnet werden. Die Etiketten, die je nach Zertifizierung variieren können, verschaffen dem Kunden Gewissheit, dass die entscheidende Merkmale, die ein Bio-Produkt ausmachen, auf seinem Weg vom Landwirt zum Verkauf erfüllt wurden. Wichtig ist es festzustellen, dass ein Bio-Etikett sich auf den Produktions-Prozess bezieht, und somit die ökologische Produktion und Verarbeitung sicherstellt.

Die Bio-Etikettierung ist Produktionsbezogen im Gegensatz zu einer die Produktqualität absichernden Etikettierung.

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1. FAO-Frage:
Was ist Organischer Landbau?
What is organic agriculture?

Eine Vielzahl von Definitionen für organischer Landbau wurden bereits getätigt, doch alle stimmen sie darin überein, dass dieses System des Landbaus eher auf dem Management von Ökosystemen als auf äußere landwirtschaftliche Inputs beruht. Es ist ein Produktionssystem, das mögliche Umwelt- und Sozialeinflüsse zu berücksichtigen beginnt, indem synthetische Düngemittel und Pestizide genauso eliminiert wie auch synthetische Tierarzneimittel, oder gentechnisch veränderte Saaten und Züchtungen, oder Konservierungsmittel, Zusatzstoffe und die Bestrahlung. Diese werden ersetzt durch ortspezifische Managementpraktiken, die langfristige Bodenfruchtbarkeit aufrechterhalten und verbessern sowie Pflanzenschädlinge und Parasiten vorbeugt.

Organischer Landbau ist ein ganzheitliches Produktions-Management System, welches die Gesundheit von Agro-Ökosystemen einschließlich Biodiversität, biologische Kreisläufe und die biologische Bodenaktivität fördert und steigert. Es legt Wert auf die Nutzung von Praktiken des Managements statt der Nutzung betriebsexterner Inputs. Dabei wird berücksichtigt, dass lokale Bedingungen nach lokal angepasste Systemen verlangen. Dies wird durch an die Situation angepasste ackerbauliche, biologische und mechanische Methoden bewerkstelligt an Stelle der Nutzung von synthetischen Materialien, die nur eine spezifische Funktion innerhalb des Systems erfüllen.
(FAO/WHO Codex Alimentarius Commission, 1999)

Organische Landbausysteme und Lebensmittel werden nicht immer zertifiziert werden als werden dann als Nicht-Zertifizierte Organischer Landbau und Lebensmittel bezeichnet. Dies schließt nicht nur die Landbaupraktiken aus, die standardmäßig synthetische Inputs nutzen, also auch die Bodenbildung verhindernde Landbaupraktiken nutzen, und so Ackerland degenerieren.

Drei unterschiedliche Antriebskräfte können für den Ökologischen Landbau identifiziert werden:

  • Konsum oder Absatzmarkt getriebener Organischer Landbau.
    Die Lebensmittel sind klar zu identifizieren durch Zertifizierung und Etikettierung. Der Verbraucher trifft eine bewusste Entscheidung darüber wie ihr Lebensmittel produziert, verarbeitet, bearbeitet und vermarktet wurde. Daher besitzt der Verbraucher einen starken Einfluss auf die Art und Weise der Produktion im Organische Landbau.
  • Leistungsgetriebener Organischer Landbau.
    In Ländern, vergleichbar der EU, stehen Subventionen für den Organischen Landbau zur Verfügung, mit denen Umweltdienste und ökologische Güter erzeugt werden, wie z.B. Reduktion der Grundwasserverschmutzung oder Schaffung von biodiversen Landschaften.
  • Landwirt-getriebener Organischer Landbau.
    Einige Landwirte halten die konventionelle Landwirtschaft für nicht nachhaltig und haben eigene alternative Produktionsweisen entwickelt, um die Gesundheit ihrer Familie, die Wirtschaftlichkeit ihres Betriebes und / oder die Eigenständigkeit zu verbessern. In vielen Entwicklungsländern trägt Organischer Landbau dazu bei, die Ernährungssicherheit des Haushaltes zu gewährleisten, oder die Kosten des Produktionsaufwandes zu sinken. Die Produktion wird nicht notwendigerweise verkauft, oder wird ohne Preisaufschlag im Vergleich zu nicht zertifizierter Ware verkauft. In den entwickelten Nationen entwickeln Kleinbauern direkte Kanäle, um nicht zertifizierte Ware an die Verbraucher zu liefern. In den USA sind Bauern, die nur kleinere Mengen vermarkten, formell von einer Pflicht zu Zertifizierung ausgebommen.

Klicken Sie hier, um die FAO Position zum Organischen Landbau näher kennenzulernen.

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Das Vor-Sommer-Thema:
10 Fragen zum ökologischem Landbau

Im Februar 2008 beantwortete die FAO unter dem Titel
Organic Agriculture: Frequently Asked Questions on Organic Agriculture”
10 Fragen zum ökologischem Landbau.
In dem folgendem Monat werden wir auf die Beantwortung dieser Fragen eingehen.
Dies wird eine größere Objektivität mit dem Thema des ökologischem Landbaus ermöglichen.

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… von Bonn nach Modena

Vom 13. bis 16. Mai 2008 nahmen mehr als 550 Personen aus 90 Ländern am Planet Diversity-Kongress in Bonn teil. Dieser Kongress fand parallel zur UN-Nachfolgekonferenz statt, der aufbauend aus das Cartagena Protokoll sich Sicherheits- und Haftpflichtfragen zu Gentechnisch Veränderten Organismen (GVOs) beschäftigt. Planet Diversity wird unter Mithilfe der Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) organisert.

Die Teilnehmer aus verschiedenen Bauern und Ländlichen Entwicklungsorganisationen sowie aus Natur- und Umweltschutzverbänden haben in 30 Workshops und 6 Plenarversammlung ein Breites Spektrum der Biodiversitätsdebatte bearbeitet:
· freier Zugang zu Saatgut,
· Strategien für eine GVO-freie Zukunft,
· Perspektiven für Familienbetriebe,
· Kleinbäuerliche Landwirtschaft,
· weltweite Ernährungssicherheit.
Es wird noch einmal unterstrichen, dass es nicht genügt über die Risiken und die Haftpflicht für GVOs zu debattieren, wie dies staatlichen Vertreter gerade realisieren, sondern es muss darauf verwiesen werden, dass die Zukunft der gesamten menschlichen Kultur auf dem Spiel steht.

Antonio Compagnoni und Pipo Lernoud vom IFOAM-Direktorium unterstrichen bereits jetzt in einer Pressekonferenz die direkte Beziehung des Planet Diversity-Kongresses mit dem Biologischem Landbau:
Biologischer Landbau hilft die Ernährung zu sichern, ist Motor einer ländlichen Entwicklung, trägt bei Verwüstung und Klimawandel zu stoppen, und gleichzeitig hängt davon ab und liefert Biodiversität: in Boden, in Saatgut und Züchtung, sowie durch den Entwurf von neuen biologischen Agro-Ökosystemen.

All dies wird auch in Modena, Italien diskutiert werden, wo vom 18. bis 20. Juni findet der 16. IFOAM Weltkongress stattfindet: über 1.500 Personen werden erwartet, Wissenschaftler, Experten und Aktivisten, die ihre Erfahrungen mit der Vielfalt für die Bewahrung der Zukunft unseres Planeten beitragen werden.
Teilnehmen werden unter anderem Vandana Shiva, Öko-Feministin und Alternativ-Globalist, die Ergebnissen und Erfahrungen des Planet-Diversity-Kongresses nach Modena bringen wird, desgleichen wie Tewolde Berhand Gebre Egziabher, Umweltminister Äthiopiens und Teilnehmer der formellen Verhandlungen zum Cartagena Protokoll.

Auch der Ort Modena wird ebenfalls, wie es Graziano Poggioli, Landwirtschaftsminister aus Modena erklärte, seine Juwelen der Vielfalt mit zur Konferenz beitragen: die Romanische Architektur der Kathedrale, des Ghirlandina-Turms, und des Piazza Grande, die allesamt zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, sowie die Produkte der lokalen Landwirtschaft: wie der bekannte Hartkäse Parmigiano-Reggiano, die Lambrusco-Weine, Modenas traditioneller Balsamessig, Brombeeren aus dem Apennin, Birnen und Kirschen aus der emilianische Region der Gemeinde Vignola. All diese weltweit berühmten Produkte werden von den solidarischen und äußerst gastfreundlichen biologisch produzierenden Bäuerinnen und Bauern der Region produziert.

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Gentechnologie zu acht: Cecilia Oh

Cecilia Oh, Anwältin und Rechercheurin für das Third World Network stellt den Widerstand dar, den Klainbauern zum Schutz ihres Saatgutes und ihres Agrarwissens einschlagen:

Viele Dritte-Welt-Länder widersetzen sich der Patentierung von Saatgut und Leben. Sie ententwickeln Wege und Gesetzesgrundlagen, um die Nutzpflanzenvielfalt und Bauern-Wissen vor fremdkontrollierter Kontrolle zu schützen. Das lässt mich hoffen.

Quelle:
IFOAM, 2008.
Genetic Engineering vs. Organic Farming. Your question - Our answers.
From bees and carrots - 4 stories.
Die Deutsche Bibliothek. ISBN-13 978-3-934055-95-8.

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Gentechnologie zu sieben: Hans Herren

Hans Herren, Direktor des ICIPE, Kenia und 1995 Gewinner des World Food Price stellt klar, dass zur Zeit in der Forschung der Biologische Landbau im Vergleich zur Biotechnologie noch eindeutig benachteiligt wird:

Wenn ich landwirtschaftliche Forschungsinstitute in Afrika und Indien besuche, finde ich die Labors zur Untersuchung der biologischen Schädlingskontrolle halb leer und mit zerbrochenen Scheiben.
Die Biotechnik-Labore jedoch sind alle neu, und mit bester Ausrüstung ausgestattet. Biokontroll-Projekte, die wir realisieren, sind weit weniger späktakulär, nicht so sexy. Hier sehe ich ein grosses Problem.

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Gentechnologie zu sechs: Mae Van Ho

Mae Van Ho, Biologieprofessorrin der Open University, GB gibt ebenfalls ihre Ansicht zu den Lösungskonzepten der Gentechnik:

Ich bin Wissenschaftlerin, der die Wissenschaft liebt und und glaubt Wissenschaft und Technik können helfen, eine bessere Welt zu bauen und den weltweiten Hunger zu bekämpfen.
Jedoch muss es richtige Art der Wissenschaft und Technologie sein, und durch Menschen selbst gewählt werden. Natur ist Vernetztung und Dynamik. Die Komponenten der Gentechnik jedoch gehören ins Zeitalter der Mechanik - diese Technik ist einfach nicht innovativ genug.

Quelle:
IFOAM, 2008.
Genetic Engineering vs. Organic Farming. Your question - Our answers.
From bees and carrots - 4 stories.
Die Deutsche Bibliothek. ISBN-13 978-3-934055-95-8.

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Demostration bei UN-Konferenz zu Agrar-Gentechnik

Bereits zum Auftakt einer Konferenz der Vereinten Nationen zu den Risiken der Gentechnik im Agrarsektor fand am 12. Mai in Bonn eine Demostration zu diesem Thema statt.

Die großen Gentechnik-Konzerne wollten mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung eine international verbindliche Regelung zu Haftung und Wiedergutmachung bei Schäden verhindern, berichteten am Montag regierungsunabhängige Organisationen, die an der UN-Konferenz teilnehmen. Auf der Konferenz wollen rund 2000 Vertreter von Regierungen und regierungsunabhängigen Organisationen in den nächsten fünf Tagen intensiv über die Regelungen zur Haftung und Wiedergutmachung beraten. Eine Verständigung galt aufgrund der auseinanderliegenden Positionen aber als ungewiss.

Unterdessen demonstrierte ein breites internationales Bündnis von rund 80 Agrar- und Umweltorganisationen vor dem Konferenzhotel gegen Hunger, Artensterben und Gentechnik. Die rund 2000 Teilnehmer wandten sich gegen die weltweite Zerstörung der Agrar-Vielfalt und der bäuerlichen Landwirtschaft durch die «Agro-Industrie». Vor allem die Gentechnik wurde ins Visier genommen. Sie stehe für Monokulturen und erzeuge langfristig eine Abhängigkeit der Landwirte als Erzeuger und der Menschen als Nahrungskonsumenten von wenigen Industriekonzernen.

Bei den fünftägigen UN-Verhandlungen - dem 4. Treffen der Vertragsparteien zum Cartagena-Protokoll - geht es um internationale Schutz- und Haftungsregelungen bei der grenzüberschreitenden Weitergabe von genveränderten Organismen wie etwa Reis, Mais oder Soja. Das Vertragswerk zur Biologischen Sicherheit soll Mensch und Umwelt vor den möglichen Gefahren der Gentechnik auf Äckern und in Wäldern schützen. Im Cartagena-Protokoll fehlen bislang aber verbindliche Haftungs- und Wiedergutmachungsbestimmungen. Deshalb ist es bisher international auch unklar, wer im Falle von Umwelt-, Wirtschafts- oder Gesundheitsschäden zahlen müsste und wer Ansprüche geltend machen könnte. Nicht zu den Unterzeichnern des Cartagena- Protokolls zählen auch einige Länder mit hohen Agrar-Ausfuhren und Gentechnik-Produkten wie USA, Argentinien und Kanada.

Die Kritiker innerhalb der Konferenz erklärten, sechs Agro- und Gentechnikkonzerne hätten versucht, möglichst unverbindliche Haftungsregelungen zu erreichen. Dazu gehörten BASF, Bayer CropScience, Dow AgroSciences, DuPont/Pioneer, Monsanto und Syngenta. «Ihr Ziel ist es, die internationale Gesetzgebung zu privatisieren», sagte die Präsidentin des Umweltinstituts Ecoropa und langjährige Verhandlungskennerin Christine von Weizsäcker.

Mit einer ebenfalls fünftägigen «Gegenkonferenz» unter dem Motto «Planet Diversity» («Planet der Vielfalt») wollen Umwelt- und Entwicklungs- sowie alternative Bauernorganisationen aus 90 Ländern auch Position beziehen gegen die Cartagena-Konferenz sowie die in einer Woche beginnende große UN-Naturschutzkonferenz zur Biologischen Vielfalt. Nur eine Vielfalt in der Landwirtschaft ermöglicht nach Angaben der Organisatoren auch eine globale Ernährungssicherheit. «Die Gentechnologie hat schon jetzt mehr Probleme als Lösungen produziert.»

Quelle:
dpa

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Gentechnologie zu fünf: Regina Fuhrer

Regina Fuhrer
ist Bäuerin und gleichzeitig Präsidentin von BioSuisse
Daher bemüht sie sich starken Einfluss auf die Politik zu nehmen. Als eine ehemalige Städterin, die das Land liebt, und als eine Landwirtin, die politisiert.
Regina Fuhrer hat dabei keine Mühe, die Ebenen zu wechseln, weil sie stabilen Boden unter den Füssen hat.
Zur Gentechnik hat sie die Sicht einer echten Praktikerin:

Ich bin biologische Landwirtin. Für mich ist es eindeutig, dass sich die Gentechnik aus der Landwirtschaft heraushalten muss. Die Risiken einer Kontamination sind bei weitem zu groß.
Darüber hinaus besitzen wir weit bessere Möglichkeiten, die Natur mit Vorsicht und Respekt zu behandeln.”

Quelle:
IFOAM, 2008.
Genetic Engineering vs. Organic Farming. Your question - Our answers.
From bees and carrots - 4 stories.
Die Deutsche Bibliothek. ISBN-13 978-3-934055-95-8.

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